Bericht Gedenkfeier Wenzelnberg – 19.04.2026
20. April 2026
Mahnmal Wenzelnberg, Wenzelnbergschlucht

Keiner der über 80 Täter wurde je verurteilt
Gedenkfeier für die ermordeten Häftlinge am Wenzelnberg in Langenfeld
Am 13. April 1945 wurden am Wenzelnberg in Langenfeld 71 Häftlinge von der Gestapo ermordet. Sie kamen aus den Gefängnissen Remscheid-Lüttringhausen und dem Wuppertaler Gefängnis Bendahl. Ihre Ermordung erfolgte auf Befehl des Generalfeldmarschals Model.
Ausrichter der Gedenkfeier sind die Städte Remscheid, Solingen, Langenfeld, Leichlingen, Leverkusen und Wuppertal. Jedes Jahr ist eine andere dieser Städte zuständig. Diesmal war es die Stadt Langenfeld.
Alexandra Mehdi, die für die VVN-BdA sprach, wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass viele der Täter sich auf den Befehlsnotstand beriefen. Man habe dem, was das System verlangte, nur „pflichtgemäß“ folge geleistet.
Der Solinger Widerstandskämpfer Karl Bennert schilderte in seinem Schlussbericht für die amerikanische Untersuchungskommission schon im Mai 1945, wie dies Pflichterfüllung aussah:
„Es gab kein Zögern, keine Verweigerung. Mit Genickschuss wurden alle 71 Häftlinge kaltblütig getötet“.
Keiner der über 80 Täter wurde je verurteilt.
Gerold Wenzens, Bürgermeister der Stadt Langenfeld eröffnete die Gedenkfeier. Berührend war der Musikalische Beitrag des Gemeinschafts-Chors Langenfelder Kinder- und Jugendchor (Lakijuc) und des AWO-Chors.
Schülerinnen und Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums trugen unter dem Motto: „Gemeinsam erinnern und Verantwortung tragen – Nie wieder leise!“ mit einer eindrucksvollen Darstellung die Namen der Mordopfer vor. Immer noch sind die Namen von drei der Ermordeten nicht bekannt.
„Wenn wir Nie wieder ist jetzt ernst meinen, dann handeln wir jetzt. Wir widersprechen und zeigen Haltung. Denn Demokratie stirbt nicht von einem auf den anderen Moment“, so Alexandra Mehdi weiter in ihrem Beitrag.
Gegen Ende der sehr gut besuchten Gedenkfeier erfolgte die Kranzniederlegung zur Ehrung der Opfer und gemeinsam wurde das Moorsoldatenlied gesungen.
Falk Mikosch – Landessprecher VVN-BdA Nrw
Die Rede von Alexandra Mehdi finden Sie hier.



