Über Krupp in Essen und die anderen
1. Juni 2026
Enthüllungen über die Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945
Buchvorstellung in der VHS Essen am 27.05.2026
Die Volkshochschule Essen veranstaltete am 27. Mai in Kooperation mit der VVN-BdA eine Buchpräsentation: zum Thema „Wirtschaftseliten und NS-Verbrechen an Rhein und Ruhr“
Es wurde in einer VHS-Information festgestellt: Die Entstehung und Stabilisierung des NS-Regimes beruhte auf der aktiven Unterstützung durch Wirtschaftsführer und ihre Unternehmen. Bei den Planungen für Krieg und Massenmord fungierten sie als Akteure und Profiteure zugleich. Ihre Wirtschaftspolitik stützte sich auf die Ausbeutung von Gefangenen, Zwangsarbeitern und den Opfern der Arisierung.
Ulrich Sander informierte über das von ihm herausgegebene Buch „Von Arisierung bis Zwangsarbeit“ (papy rossa, Jahr 2012) und seine Wirkungen. Darin werden die Verstrickungen von Kapital und Faschismus am Beispiel des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen untersucht.
Die Volkshochschule informierte weiter: „Die Studie versammelt Fälle von Abs bis Zangen, von Krupp bis Oetker. Sie zeigt, wie Industrielle von der Beseitigung der Demokratie profitierten oder am Holocaust verdienten. Die Firma Krupp etwa feierte vor einigen Jahren ihr 200. Jubiläum und betonte dabei ihre Philosophie eines ‚humanen Kapitalismus‘. Sanders Recherchen zeichnen ein anderes Bild: Das Unternehmen gehörte zu den größten Profiteuren der Kriegswirtschaft und setzte systematisch Zwangsarbeiter ein.“
Ein pensionierter Lehrer schrieb nach Erscheinen des Buches mit der ersten Bilanz der Kampagne „Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945“ in einer Bochumer Antifa-Zeitschrift:
„Der Autor der folgenden Zeilen unterrichtete 35 Jahre lang Erwachsene im Zweiten Bildungsweg und bedauert, dass das Buch erst jetzt erschienen ist. – Vieles von dem, was von Ulli Sander und seinen Koautoren zusammengetragen worden ist, war seit 1945 bekannt, verfiel aber im hegemonialen Diskurs der kollektiven Erinnerungslosigkeit. Es wird in dem Sammelband mit Nachdruck wieder ins Gedächtnis gerufen. Vieles ist in dieser Eindringlichkeit auch mir wieder neu. – Über die Verbrechen der größten kapitalistischen Konzerne konnte lange Zeit das Schweigen ausgebreitet werden. Erst mit der neu beginnenden Debatte um ‚Arisierung und Zwangsarbeit‘ Ende der 90ger Jahre des vorigen Jahrhunderts musste neu nachgedacht werden. Zunächst versuchten die Konzerne es mit Leugnen, mit angeblich fehlenden Unterlagen und sonstigen Ausreden Dann aber kam Stück für Stück ein Teil der historischen Wahrheit ans Licht: Die Brutalität, mit der die Profitlogik gerade auch im Ruhrgebiet durchgesetzt wurde, erschreckt immer wieder. Und es wird noch einmal vor Augen geführt, dass die allgemeine Entschuldigung, die seit dem 8. Mai 1945 aufgesagt wurde, nämlich ‚Wir haben von nichts gewusst‘ oder ‚Wir mussten auf äußeren Druck so handeln‘ immer schon eine mangelhafte Schutzbehauptung war: Wie konnte es z. B. Bochumer Bürgern verborgen bleiben, dass ein Siebtel der Einwohnerschaft 1944 Zwangsarbeiter waren, deren 130 Lager ‚man‘ kannte, die einem im Betrieb oder beim Marsch vom Lager in die Bochumer Unternehmen begegneten? – Es sei darauf hingewiesen, dass auch die Bochumer VVN – BdA mit einem wichtigen Beitrag von Klaus Kunold, unserem vor einem Jahr leider verstorbenen Vorsitzenden, und Günter Gleising mit Tatorten der Wirtschaft und ihren Verbrechen im Faschismus beteiligt ist. Für Anfänger und Fortgeschrittene in Sachen antifaschistischer Bildung dringend zu empfehlen!“
Wer über die Wirtschaftsgeschichte 1933-1945 in NRW und die Kampagne der VVN-BdA mehr wissen will, gehe zu:
http://www.verbrechen-der-wirtschaft.de.
Das ist das Eröffnungsbild und die Startseite.
Wenn man etwas runter scrollt, kann man am rechten Bildschirmrand in der NRW-Landkarte einzelne Städte auswählen. Beim Anklicken der Stadt Essen kommt man zu:
http://www.verbrechen-der-wirtschaft.de/essen.html.
Zur neusten Entwicklung geht es hier entlang:
https://verbrechen-der-wirtschaft.vvn-bda.
Wenn Sie das komplette Referat der Veranstaltung in Essen lesen möchten, schicken Sie bitte eine Anfrage an folgende e-Mail-Adress: nrw@vvn-bda.de
Auf der folgenden Seite finden Sie noch einige interessante Foto-Beiträge zu dem Thema:
https://r-mediabase.eu/themenfotografie/verbrechen-der-deutschen-wirtschaft/


